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Mythos Einzelfall:
Mythos Einzelfall
Hanna, 24, tiefe Beinvenen-Thrombose, Lungenembolie
Hanna, 24, tiefe Beinvenen-Thrombose, Lungenembolie
Hanna, 24, tiefe Beinvenen-Thrombose, Lungenembolie

| Pille: | nicht mehr bekannt, wahrscheinlich 1. Generation |
| Anmerkung der SDG: | Jede Pille erhöht das Risiko für Gefäßverschlüsse um das ca. 5-fache |
| Einnahmedauer: | 2 Wochen |
| Symptome: | starke Schmerzen beim Atmen |
| Nebenwirkungen |
tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie
|
| Raucher: | Ja |
| Übergewicht: | Nein |
Meine Erfahrungen:
Die Pille wurde mir gegen starke Akne verschrieben. Zwei Wochen später erkrankte ich schwer, vermutlich eine Rippenfellentzündung, konnte aber nie abgeklärt werden. Da ich bis dahin topfit und gesund war, ist als Auslöser die Pille anzunehmen, die ja auch das Immunsystem schwächt. Innerhalb weniger Tage, bettlägerig, bekam ich die Thrombosen und wie eine spätere Röntgenaufnahme* zeigte eine Lungenembolie im linken unteren Lungeflügel, die vermutlich weil bettlägerig still und unbemerkt verlaufen war.
Die Pille oder Hormonpräparate nahm ich nie wieder. Heute in Rente und 66 Jahre alt. Seit dieser Thrombose habe ich, obwohl ich streng darauf achte z.B. viel zu trinken, Beine nachts leicht hochlagern, tagsüber beim Sitzen hoch legen u.v.m. immer wieder mit Thrombosen zu tun bekommen. Ingesamt sechs Mal! Für längere Zeiträume danach (1-2 Jahre) habe ich jeweils Marcumar nehmen müssen, das bei mir aber starke Nebenwirkungen hat - brüchige Fingernägel, brüchiges Haar, sich schwach fühlen u.ä.m. und daher immer wieder abgesetzt werden musste. Seit dem Vorfall mit 24 habe ich also für inzwischen 42 Jahre mit der ständigen Bedrohung durch weitere Thrombosen zu kämpfen, muß Kompressionsstrümpfe tragen (was auch kein Vergnügen ist!) und mein Leben auf ständiges Vorbeugen einrichten. Meine Vermutung geht dahin, daß meine Blutbildung durch die Pille insoweit verändert wurde, daß ich für Thrombosen danach erheblich anfälliger wurde. Heute sehe ich die Pille folgendermaßen: Ein Risiko ist mit JEDER Pille bzw. Medikament verbunden: deshalb wird jeder GUTE Arzt genau abwägen, ob die Krankheit ein höheres oder niedrigeres Risiko als ein Medikament darstellt, also den Nutzen dem Risiko gegenüber stellen. Die Pille ist aber kein Medikament im eigentlichen Sinne, denn sie soll ja keine Krankheit vermeiden oder heilen.
Auch ich wurde damals über die Gefahren nicht informiert. Hätte ich sie gekannt, hätte ich sie wegen Akne nie genommen.
* Durch eine normale Röntgenaufnahme kann man keine akute Lungenembolie feststellen. Dafür benötigt man eine CT Untersuchung! Auch gewisse Blutwerte (D-Dimere) steigen an und deuten somit auf den Abbauversuch eines Gerinnsel hin. Erst im Nachhinein wurde bei Hanna durch die Röntgenaufnahme eine Vernarbung im Lungengewebe festgestellt, die darauf hindeuten kann.