Christine, 38, Schlaganfall mit Wachkoma
Christine, 38, Schlaganfall mit Wachkoma

| Pille: | Oviol, später Biviol (Wirkstoff:Desogestrel) |
| Anmerkung der SDG: |
Desogestrel-haltige Pillen stehen im Verdacht ein viel höheres Thromboserisiko zu haben, als Pillen der 2. Generation mit Levonorgestrel. Erfahre mehr |
| Einnahmedauer: | ca. 20 Jahre mit Unterbrechung wegen 4 Schwangerschaften |
| Symptome: | plötzlicher Schlaganfall |
| Nebenwirkungen: | 2008 Schlaganfall, viele Komplikationen, bis heute Wachkoma |
| Raucher: | Ja |
| Übergewicht: | Nein |
Erfahrungsbericht von Christine's Mann:
Meine Frau erlitt im Juni 2008 einen Schlaganfall mit vielen Komplikationen (Hirnblutungen, 8 Kopfoperationen).
Was im Vorfeld passiert ist, kann ich nur lückenhaft zusammen bekommen, da meine Frau sich da leider (noch) nicht zu äussern kann.
Wir haben 1987 geheiratet und 4 Kinder die 1989,1991,1999 und 2005 geboren sind.
Meine Frau hatte schon sehr früh (mit 14) die Pille genommen. Welche es damals war weiss ich nicht, kann mich nur daran erinnern dass sie später (Anfang 90er) Oviol22 nahm.
Ob sie die auch vorher schon nahm weiss ich nicht. Im Alter von Mitte 20 hatte sie schon sehr starke Krampfadern an den Beinen die 2 mal operativ entfernt wurden.
Irgendwann wechselte die Pille von Oviol auf Biviol, Grund und Zeitpunkt weiss ich nicht.
Im Juni 2008 klagte sie über Taubheitsgefühle und Schmerzen im rechten Arm. Der Hausarzt veranlasste ein MRT für das sie einen Termin in 6 Wochen bekam (dazu ist es leider nicht mehr gekommen). Als die Schmerzen ein paar Tage später schlimmer wurden war sie im Krankenhaus in der Ambulanz (war ein Sonntag). Dort stellte man nichts fest, vermutete eine Muskel oder Nervenentzündung und wollte sie zur Beobachtung da behalten.
Nach etwas drängeln und dem Versprechen sich sofort am nächsten Tag beim Orthopäden vorzustellen ging sie wieder nach Hause. Am nächsten Tag war sie dann beim Orthopäden und rief mich Mittags auf der Arbeit an . „Schatz, der hat mir was in den Arm gespritzt und die Schmerzen sind schon bedeutend besser.“ Abends Zuhause brachte sie gegen 19 Uhr die Kids ins Bett und fiel plötzlich im Kinderzimmer um, war nicht mehr ansprechbar. Sofort Notarzt und Transport in eine Klinik mit Stroke-Unit. Bei der Lyse-Therapie dort bekam sie Hirnblutungen und kam in ein anderes Krankenhaus mit Neurochirurgie. Fast 1 Jahr und 8 Kopfoperationen später kam sie im Zustand Wachkoma wieder nach Hause.
Seitdem wird sie Zuhause versorgt und gepflegt.
Die Schmerzen im Arm waren eine Armvenenthrombose wie sich später rausstellte.
Weitere Untersuchungen ergaben in der Gerinnungsdiagnostik eine APC Resitenz (ohne Faktor V Leiden Mutation), eine moderate Hyperhomocysteinämie und ein reduziertes Gesamtprotein S und damit eine erhöhte Thromboseneigung. Dies in Verbindung mit der Pille und dem Rauchen macht man für den Vorfall verantwortlich.
Radiobericht über Christine's Fall, hier.